Die blinde Gärtnerin

Das Leben der Magdalena Eglin
Die blinde Gärtnerin

Das Leben einer blinden Gärtnerin.

Im Februar 2013 erschien mein Buch „Magdalenas Blau“ unter dem Titel „Die blinde Gärtnerin“ als Taschenbuch.

Taubenblau, Enzianblau, Tintenblau – mit vier Jahren kennt Magdalena Eglin viel verschiedene Blau. Ihr Großvater, ein Freiburger Malermeister, lässt sie in seine Farbtöpfe gucken und lehrt sie, ihre von Geburt an schwachen Augen gut zu nutzen. Ein dunkelhaariges, wildes Mädchen. Geboren 1933, einige Tage vor Hitlers Machtergreifung, das früh lernt, sich in der Welt zu orientieren. Voller Phantasie und Spielfreude und manchmal früchterlich einsam. Bei Schneeballschlachten mittun, von Straßenbahnen abspringen, sie kann vieles, sogar lesen, mit dem linken Auge direkt auf dem Papier.

Magdalena hört die fernsten Bomber, mithilfe von Ohren und Nase und Händen findet sie aus dem brennenden Freiburg heraus. 1945, mit zwölf Jahren, ist sie selbständig: Sie hütet Schweine bei Verwandten auf dem Lande. Im Laufe der Jahre wird sie völlig erblinden. Sie wird eine begeisterte Gärtnerin und findet an der Seite eines Dorfschullehrers ihr Glück. Magdalena Eglin erzählt unsentimental, witzig und poetisch von ihrem Leben als Außenseiterin – und damit auch etwas über die Welt der Sehenden.

Magdalena Weingartner, geborene Eglin, heißt im wirklichen Leben anders. Den letzten Schritt, ihren Namen zu nennen, wollte sie, bei allem Mut, sich zu zeigen, dann doch nicht tun. Auf dem Titelbild sieht man daher ihr Gesicht nur verschwommen. Nach Erscheinen des Buches lüftete ein Journalist ihr Inkognito. Ein Schock, dann trat sie beherzt die Flucht nach vorn an. Seitdem tritt sie öffentlich als Veronika Zimmermann auf – und genießt es.

Pressestimmen:

“Über Jahre hinweg hat die blinde Gärtnerin der Autorin ihre Erlebnisse, ihre Gefühle, ihre Erfahrungen als Blinde erzählt. Meist saßen die beiden Frauen im Garten, in der lebendigen Natur rings um sie herum, und unterhielten sich. Ulla Lachauer war immer wieder überwältigt von ihrer sprachlichen Eleganz, ihrem Wortwitz, ja der Liebe zur Sprache, mit der die alte Frau sich auszudrücken weiß. … Viel zugetraut haben sich tatsächlich Magdalena und Ulla Lachauer, denn es ist ein sprachmächtiger literarischer Lebensbericht entstanden, der poetisch und gleichzeitig mit höchster Genauigkeit die Sinne für ein Leben in der Dunkelheit schärft und so aufhellt, dass der Sehende neu sehen lernt.“ (Deutschlandradio)

„Was ist das Besondere an dieser Lebensgeschichte? Vielleicht ist es die besondere Weise, in der Magdalena mit ihrem Schicksal Blindheit umgeht: In den Kriegs- und Nachkriegszeiten, in denen es so viele Kriegsblinde, Verletzte, Zerstörte gab, gab es auch viele Vorbehalte. Es hieß, Sehbehinderte könnten keinen ordentlichen Beruf erlernen, sie seien ihr Leben lang abhängig von anderen Menschen, auf milde Gaben angewiesen, hätten nur wenig Freude am Leben. Magdalena aber will Freude. Will lernen. Will einen Beruf haben, einen Mann, Kinder, ein Heim, einen Garten. Und so erstaunlich es zu damaliger Zeit auch scheint: Sie bekommt alles. … Ulla Lachauer ist die Autorin dieser bewegenden Biografie. Und sie hat den größten Anteil daran, … dass dieses Buch mit jeder Zeile Interesse weckt. Frisch, lebendig, oft mit eine Prise Humor, aber auch nachdenklich und intensiv: eine sehr lesenswerte Biografie, die sicher viele an ihre eigene Vergangenheit erinnert.“ (NDR)

„Was ganz faszinierend ist: In diesem Buch geht es weniger um das Blindsein, das Handicap, sondern eigentlich um die ganz besondere Gabe dieser Magdalena Eglin, das Leben zu lieben, wo es ihr begegnet. Mit ganz viel Offenheit, Neugier, Temperament, auch als alte Frau. Beindruckend auch, wie sie den Garten entdeckt, dieser Garten ist ein ganzer Kosmos, sie kann ja sonst nirgends wo hin. Wie sie die Mohn- und Rosenblüten ertastet und damit glücklich und zufrieden ist. Man erlebt im Grunde eine Frau, die wie aus der Zeit gefallen scheint und damit ein Stück Freiheit lebt, nach der wir uns alle ein bisschen sehnen.“ (SWR)

„Ein ruhiges, tiefgehendes, zuweilen erschütterndes Buch, das mehr ist als Biografie. Denn es beschreibt ja auch, wie die Gesellschaft mit Andersartigen umgeht, sie ausgrenzt, ihnen selbstverständliche Rechte und Bedürfnisse abspricht.“ (Landwirtschaftliches Wochenblatt Münster)