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Wer sind die Imker? – Unterwegs in Europa

Bienen sind in aller Munde. Warum sie für Kultur- und Wildpflanzen von größter Bedeutung sind, warum und woran sie sterben und wie sie überleben könnten. Der Dokumentarfilm „More than honey“ hat die Naturfreunde aufgerüttelt. Aber wer sind die Imker?

Schon lange habe ich vermutet, dass sie besondere Leute sind. Seit einem Jahr besuche ich Imker in verschiedenen Ländern Europas, schaue ihnen bei der Arbeit zu und lausche ihren Lebensgeschichten.

Was bewegt einen Manager aus Stockholm, auf der Insel Gotland als Imker neu anzufangen? Oder einen junge Polen, die Tradition der Zeidler, der Waldbienenjäger, wieder aufzunehmen? Wie überlebten die Bienen den Zweiten Weltkrieg und die Vertreibung der Imker, fragte ich einen der letzten Deutschen im Isergebirge. Alte Geschichten, neue Geschichten. Manche handeln vom Zufallsglück, wie die des Slowenen Franc Sivic, der sich als kleiner Junge in die Bienenwelt verliebt. Andere von großen Fragen der Landwirtschaft und Ethik, wie es zum Beispiel geschehen konnte, dass eine regionale Bienenrasse aus Kärnten, die Carnica, Europa beherrscht. Ich wollte wissen, warum der litauische Bauer Mindaugas die kleine Bienenwirtschaft seiner Großmutter Lena Grigoleit bewahrt. Und unbedingt Galina wiedersehen, die Sowchos-Imkerin von Jasnaja Poljana, die ihre Völker durch die postsowjetischen Wirren gerettet hat.

Durch diese Reisen hat sich mein Blick in die eigene vertraute Umgebung verändert – Stuttgart als Bienenstadt, der Schwarzwald eine Hochburg von Imker-Dynastien, Deutschland als neue Heimat syrischer Imker…

Ulla Lachauer, Mai 2016 in Trakehnen

Ulla Lachauer in Trakehnen

 

 

 

Das Buch über Imker in Europa wird im Jahr 2018 im Rowohlt Verlag erscheinen. Die Reisen wurden gefördert von der Robert Bosch Stiftung.